Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren und mit OB Dr. Christian Ruf ins Gespräch zu gehen (Foto: Stadt Rottweil / Hermann).

„Das Format kam bei den Leuten bestens an“, so Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. Bereits zum Auftakt um 17 Uhr war das Erdgeschoss des alten Müller-Marktes proppenvoll, die Leute scharten sich um die Stellwände zu den verschiedenen Themen und lauschten den Experten der Stadtverwaltung und der ENRW, die zu den Bauarbeiten, den Leitungsverlegungen, den Busverbindungen und natürlich zu den Gestaltungsfragen gerne und umfassend Auskunft gaben. Und Fragen von Seiten der Interessierten gab es viele. Und sehr viele individuelle. „Da passte das Format viel besser als ein Frontalvortrag, bei dem dann für viele meist doch noch etliche Fragen offenbleiben“, betonte Rudolf Mager, Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung, und sieht die Stadt hier auf dem richtigen Weg, die Bürger bei umfassenden Baumaßnahmen rechtzeitig und detailliert mitzunehmen. An den einzelnen Stellwänden gab es eine Gesamtübersicht über die Innenstadt-Maßnahmen und einen Überblick zu den einzelnen Bauprojekten. Der Betriebshof hatte kurzfristig noch eine Rampe an der Außentreppe installiert, um den Zugang zu der Veranstaltung auch barrierefrei zu ermöglichen. Dafür gab es von Ruth Gronmayer, der städtischen Behindertenbeauftragten, ein großes Lob.

Überblick: Um was geht es?

Der Friedrichsplatz soll ein attraktiver Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität werden. Voraussetzung dafür ist die Verlagerung des zentralen Umsteigepunkts für den Busverkehr (ZUP) an den Nägelesgraben. Im Zuge der Bauarbeiten wird von der Energieversorgung Rottweil (ENRW) auch die gesamte Leitungsinfrastruktur im Untergrund erneuert. Rechtzeitig zur Landesgartenschau soll alles fertig sein. Mit dem Beginn der Leitungsarbeiten im März ist eine Vollsperrung des Friedrichsplatzes und des Kriegsdamms für die Dauer von zwei Jahren verbunden. Im Gartenschaujahr 2028 wird der neu gestaltete Friedrichsplatz als einer der zentralen Treffpunkte in  der historischen Innenstadt dienen. Auch für die zahlreichen Gäste, die über die Hängebrücke und den Bockshof in die Stadt kommen, bildet der Platz künftig ein einladendes Entrée. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Friedrichplatz laut Beschluss des Gemeinderates in eine Richtung befahrbar sein. Busse, Fahrradfahrer und natürlich Fußgänger können den Friedrichsplatz in beide Richtungen nutzen.

Die Karte bietet eine Überblick der Straßenbaumaßnahmen in der Innenstadt von Rottweil (Grafik: Stadt Rottweil).

Neugestaltung Friedrichsplatz: Wie wird der Platz aussehen?

Der Friedrichsplatz bietet künftig mehr Grün und mehr Platz für Handel und Gastronomie. Entlang der Fassaden entsteht ein Wechselspiel aus Staudenbeeten mit Bäumen und multifunktionalen „Logen“. Die Beete verbessern dabei das Mikroklima durch Verdunstung und Verschattung. Am Rand der Beete laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Die „Platzlogen“ sind vielseitig nutzbar – beispielsweise für Außengastronomie, mobile Bühnen zur Fasnet oder temporäre Installationen. Der Platz bleibt so wandelbar und anpassungsfähig  an die Anforderungen des städtischen Lebens Weitere Infos zum  neuen Friedrichsplatz.

Neuer Busbahnhof (ZUP): Details zum neuen Zentralen Umsteigepunkt.

Vor dem Park- und Geschäftshaus Kriegsdamm 7 entsteht der neue Busbahnhof (ZUP). Während der Bauarbeiten stehen auch Sanierungsmaßnahmen am Park- und Geschäftshaus selbst an. So wird beispielsweise der Eingang des KIK zur Platzseite verlegt, und der Aufzug im Erdgeschoss wird zur barrierefreien Anbindung der Parkdecks reaktiviert. Ein Vorplatz mit Baumpflanzungen und einem Gebäude mit Mobilitätsangeboten und Toilettenanlagen schafft ein stimmiges Ensemble mit Umsteigepunkt und Parkhaus. Bereits vor zwei Jahren hatte die Stadt mit Blick auf diese Umgestaltung weitere Stellplätze beim Neuen Spital geschaffen.

Die Karte zeigt die Planung für den neuen Zentralen Umsteigeplatz (ZUP) für Busse (Grafik: Stadt Rottweil).

Verkehrsführung und Busverkehre: Informationen zu Umleitungen und Erreichbarkeit der Innenstadt.

An den Stadteingängen und der Umgehungstraße werden Besucher darauf hingewiesen, dass der Friedrichsplatz gesperrt ist und  die Anfahrt zu den Parkierungsschwerpunkten mit den Parkhäusern „Stadtmitte Nord“ und „Süd“ problemlos über die Umgehungsstraße B14/B27 erfolgen kann. Die innerstädtische Umfahrung verläuft über die Waldtorstraße oder über die Tannstraße.

Für die Busse wird der Taktfahrplan ab dem 9. März angepasst. Die Buslinien werden dann vom Friedrichsplatz in den Waldtorort verlagert. Die nächstgelegene Haltestelle in der  historischen Innenstadt wird im Waldtorort oberhalb des Schwarzen Tores sein. Zudem werden folgende Ersatz-Haltestellen eingerichtet: In der Oberndorfer Straße auf Höhe des Neue Spitals (Ersatz für „Nägelesgraben“ stadteinwärts) und in der Kaiserstraße beim neuen Parkhaus „Stadtmitte Süd“ (Ersatz „Neue Post“, stadteinwärts). Als beste Umstiegsmöglichkeit wird der Heimburger-Kreisel (Ersatz-ZUP) empfohlen.

Konkreter Zeitplan für die Arbeiten:

Am Montag, 9. März, beginnt die ENRW am Friedrichsplatz mit dem Leitungsbau, der im Mai dann bei der Predigerkirche im Kurvenbereich fortgesetzt werden soll. Von August bis Oktober werden die Leitungen am Kriegsdamm erneuert.  Von Anfang Mai bis Ende Juni finden zudem Sanierungsarbeiten am CULINARA-Kreisverkehr statt. Hier wird gleichzeitig die Zu- und Abfahrt des städtischen Parkplatzes vor dem Gefängnis („Eisplatz“) erweitert, da der Parkplatz künftig nur noch von dieser Seite erschlossen wird. Im Oktober startet der Umbau des Parkplatzes vor dem Park- und Geschäftshaus Kriegsdamm 7 zum Busbahnhof und zugleich beginnt die Oberflächengestaltung am Friedrichsplatz. Parkplatz und Parkhaus werden während der Bauarbeiten weitestgehend nutzbar bleiben. Die Bauarbeiten sollen bis Ende Oktober 2027 abgeschlossen sein.

Das Bild zeigt die Zeitschiene der verschiedenen Baustellen bis 2027 (Grafik: Stadt Rottweil).

„Jahr der Brücken“ bietet attraktives Event-Jahr

Ein Stand zur Landesgartenschau ergänzte das Informationsangebot und gab Aufschluss darüber, wie sich die anstehenden Maßnahmen in das Großprojekt Landesgartenschau einfügen. Die ENRW gab Auskunft zur Infrastruktur und Einblicke in die Leitungsplanung und den Ausbau der Fernwärme. Am Stand zum „Jahr der Brücken“ stellten Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung ein Jahresprogramm vor, um gezielt zusätzliche Besucherfrequenz für die Innenstadt zu mobilisieren und damit Handel, Gastro und Dienstleister zu unterstützen. Die Bürger hatten hier auch die Möglichkeit, selbst Ideen für Veranstaltungen einzubringen. Der Austausch der Besucher mit den Experten, aber auch im Gespräch mit anderen Interessierten, wurde bis zum Ende der Veranstaltung gegen 20 Uhr rege genutzt.