Landesgartenschau: Bauarbeiten für Aufzug an der Hochbrücke sind angelaufen
Hangsicherung ist abgeschlossen / Verbindung in den Stadtgraben, ins Neckartal und zum Bahnhof / im Herbst 2027 ist bereits die Testphase für den Aufzug geplant
Er schafft künftig eine barrierefreie Verbindung von der Innenstadt in den Stadtgraben – und das nicht nur im Landesgartenschaujahr 2028: der Aufzug, für den die Arbeiten im Stadtgraben angelaufen sind. Der Aufzug ist Teil der Bauarbeiten für die Landesgartenschau und überwindet insgesamt 18 Höhenmeter. Diese Verbindung erleichtert über neue Wege und Brücken zudem den Zugang ins Neckartal und zum Bahnhof und das insbesondere auch für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind wie Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen. Aber auch Fahrräder können nach der Landesgartenschau im Aufzug mitgenommen werden.
Das ist für die Rottweiler und auch künftige Gäste ein echter Gewinn“, sagt Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. Immer wieder weist er auch bei seinen Führungen über das Landesgartenschaugelände auf die Vorteile hin, die die neuen Brücken, Wege, und eben der Aufzug für alle diejenigen mit sich bringen, die vom Bahnhof oder vom Neckartalradweg in die Innenstadt möchten – oder natürlich auch andersherum. „Dass damit der Neckar und Innenstadt näher aneinanderrücken, ist ein Meilenstein und echter Mehrwert auch für all diejenigen, die in der historischen Kernstadt leben. Besonders wichtig: er ermöglicht Menschen mit Behinderung die Teilhabe an der Landesgartenschau“, unterstreicht Landesgartenschau-Geschäftsführerin Ines Gaehn.
Mit einer Kapazität von 15 Personen und einer Fahrtdauer von knapp 20 Sekunden soll der Aufzug eine komfortable und leistungsfähige Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen bieten. Der Ein- und Ausstieg in der Innenstadt befindet sich in der Grafengasse, nahe des gleichnamigen Brunnens. „Die Hangsicherung ist bereits abgeschlossen: Da wurden in mehreren Ebenen rund zwölf Meter lange Anker in den Fels geklebt“, erklärt Christof Birkel, Leiter der Städtischen Abteilung Hochbau. Nun geht es mit den Fundamenten für den Betonsockel mit 3,5 Metern Höhe weiter. In dem Betonkörper befindet sich künftig der Eingang zum Aufzug sein. Im Betonsockel wird zudem ein Technikraum untergebracht sein. Der Aufzugsturm hat eine Grundfläche von vier auf vier Meter.
Der Aufzug wird aber nicht direkt an die Stadtmauer gebaut, sondern mit einem Abstand von knapp acht Metern. Über einen Steg wird er dann zur Grafengasse hin erschlossen. „Aus statischen Gründen haben wir den Steg nicht auf der Stadtmauer aufgelegt“, erklärt Christof Birkel. Vor der Mauer ist eine V-Stütze geplant, die dann den Steg trägt. Auf dem Betonsockel wird der eigentliche Aufzugsturm als Stahlkonstruktion aufgebaut, die später mit einer Glasfassade verkleidet wird. Noch in diesem Herbst soll damit begonnen werden. Für die Struktur der Glasfassade werden Gestaltungselemente der Landesgartenschaubrücke und der Fahrradbrücken aufgenommen, um hier eine einheitliche, wiederkehrende Formgebung zu schaffen. Übrigens: Beim Errichten der Stahlkonstruktion setzt die Stadt teilweise auf eine gemeinsame Baustelleninfrastruktur mit der Volksbank, um Synergien zu nutzen.
Die derzeitige Baugrube wird abschließend wieder so verfüllt, dass die natürliche Hangbeschaffenheit wieder hergestellt wird und der Aufzugsturm sich gewissermaßen aus der Hangschräge heraus in die Höhe entwickelt, erklärt Birkel. In der Nähe des Aufzugs wird zusätzlich eine Treppe gebaut, über die man ebenfalls in den Stadtgraben, oder aus ihm heraus in die Grafengasse gelangen kann. Dafür laufen ebenfalls bereits die Fundamentarbeiten.
Immer wieder taucht auch die Frage auf, was mit dem Löwenkopf-Wasserspeier passiert, der einst im Hochbrücktor eingebaut war, und bei dessen Abbruch in der Stadtmauer verbaut wurde. „Der Löwenkopf bleibt, wo er ist“, kann Christof Birkel beruhigen.
Die eigentliche Aufzugstechnik wird erst im Herbst 2027 installiert und startet dann in die Testphase. In Betrieb genommen wird der Aufzug mit der Eröffnung der Landesgartenschau. Für die Baukosten sind 1,77 Millionen Euro veranschlagt. Knapp die Hälfte davon wird durch das Land Baden-Württemberg gefördert.