Die neue Neckarbrücke „In der Au“ neben der historischen Schindelbrücke steht nach gut einem Jahr Bauzeit kurz vor der Fertigstellung. Als nächstes starten die Sanierung der benachbarten Schindelbrücke und Straßenbauarbeiten. Ab Montag, 11. Mai, sind deshalb die Durchfahrt der Schindelbrücke sowie Teile der Straße „In der Au“ gesperrt. Parallel wird die neue Brücke fertiggestellt. Straße und neue Brücke werden voraussichtlich in sechs Wochen für den Verkehr freigegeben. Die Schindelbrücke bleibt dagegen zur Sanierung gesperrt und wird dann als Teil der Landesgartenschau eingeweiht.
Landesgartenschau 2028
Ein großes Sommerfest für alle und neue Infrastruktur für die Zukunft
Landesgartenschauen bewirken einen langfristigen und nachhaltigen Mehrwert für die Ökologie, Ökonomie, Kultur und das soziale Leben einer Stadt. Die für eine Stadtentwicklung bedeutenden Flächen werden für eine Dauernutzung aufgewertet und gestaltet. Die Vorfreude wächst: In Rottweil laufen bereits an vielen Stellen die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2028. Diese ist jedoch weit mehr als ein großes Sommerfest von Rottweilerinnen und Rottweilern für Einheimische und Gäste. Sie steht für nachhaltige Stadtentwicklung, neue Lebensqualität und dauerhafte Verbesserungen der Infrastruktur, von denen die Bürgerinnen und Bürger auch weit über das Veranstaltungsjahr hinaus profitieren werden.
Eine Stadt rückt zusammen: Neue Wege und Verbindungen
Rottweil hat viele schöne, aber bislang oft voneinander getrennte Ecken: den oberen und unteren Stadtgraben, die Neckarauen, den Flusslauf des Neckars bis zur Primmündung. Mit der Landesgartenschau 2028 werden diese grünen Inseln miteinander verbunden – zu einem zusammenhängenden, innenstadtnahen Naherholungsgebiet mit nachhaltigem Charakter.
Neue Wege und Brücken – barrierefrei oder barrierearm – sorgen dafür, dass die Innenstadt künftig besser mit dem revitalisierten Neckar und dem Gewerbepark Neckartal verbunden ist. So eröffnen sich ganz neue Perspektiven auf die historische Stadt. Spaziergänge und Ausflüge mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl werden dort möglich, wo vorher topographische Grenzen waren. Besonders die barrierefreie Erreichbarkeit vieler Areale stellt einen wichtigen Fortschritt dar.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit Geschichte
Landesgartenschauen haben in Baden-Württemberg eine lange Tradition – seit über 40 Jahren begeistern sie mit innovativen Konzepten, großem Bürgerengagement und hohen Besucherzahlen. Auch in Rottweil ist es den Organisatoren wichtig, gemeinsam mit allen Beteiligten herauszuarbeiten, was die Stadt ausmacht – und was sie für die Zukunft stark macht.
Die Gestaltung der Gartenschau ist daher kein Projekt von oben, sondern ein gemeinschaftliches Vorhaben. Bürgerschaftliches Engagement spielt dabei eine zentrale Rolle: Die „gute Stube Rottweils“ soll modern, einladend und zukunftsfähig gestaltet werden – mit Ideen, Wünschen und Initiativen aus der Stadtgesellschaft.
Fördermittel ermöglichen wichtige Investitionen
Die finanzielle Unterstützung des Landes macht es möglich, dass in Rottweil umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden können – auch über das Gartenschaugelände hinaus. Insgesamt sind rund 78 Millionen Euro an Investitionen für die Daueranlagen und die Schaffung von Infrastruktur in der Kernstadt vorgesehen, davon fließen über 30 Millionen Euro durch Förderprogramme in die Stadt.
Ein besonders herausragendes Projekt ist die Renaturierung des Neckars am Schwarzen Felsen. Mit einem Gesamtvolumen von über sieben Millionen Euro wird dort ein naturnaher Flussraum geschaffen – finanziert durch Landesmittel. Ohne die Landesgartenschau wären viele dieser Maßnahmen finanziell nicht machbar gewesen.
Programmvielfalt und Beteiligung: Alle können mitmachen
Das Jahr 2028 soll nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell und gesellschaftlich ein Höhepunkt für Rottweil werden. Im Veranstaltungsjahr ist ein abwechslungsreiches Programm geplant, bei dem die bunte Vielfalt der Stadt sichtbar wird. Dabei sind alle gefragt: Privatpersonen, Vereine, Schulen, Organisationen, Kirchen – jede Idee ist willkommen.
Wettbewerb Kerngelände
Das Kerngelände der Landesgartenschau befindet sich direkt unter der historischen Innenstadt im Neckartal. Mit Hilfe eines landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs kürte die Stadt durch ein Preisgericht ein Landschaftsarchitekturbüro, das sich seitdem in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung um die Gestaltung des Hauptgeländes kümmert.
Insgesamt 25 Planungsbüros haben ihre Ideen und Konzeptvorschläge eingereicht. Im Preisgericht waren neben Landschaftsarchitekten und Stadtplanern auch zahlreiche Experten zu Fachgebieten wie Gewässer, Artenschutz und Denkmalschutz sowie Bürgervertreter, Vertreter des Landes, des Landratsamtes, der Stadt und des Gemeinderats versammelt. Die Gebietskulisse für den Wettbewerb des LGS-Kerngebietes umfasst den Bereich zwischen dem Viadukt, der Schindelbrücke in der Au und der Prim-Mündung mit dem Neckar sowie die angrenzenden Gleisbereiche und den Stadtgraben bis zum Gänsbrunnengäßle.
Platz 1 bis 3 aus dem Wettbewerb
- A24 landschaft aus Berlin
- ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Kröniger, Rümpelein, Wenk aus Freising
- Planorama Landschaftsarchitektur Maik Böhmer aus Berlin
Siegerentwurf von A24 landschaft, Berlin
Die historische Altstadt von Rottweil thront auf einem Felssporn hoch oben über dem Neckar. Diese dramatische Situation ist nahezu einzigartig in Deutschland. Der Neckar vor den Toren der Stadt ist für die Bürger Rottweils seit jeher landschaftlicher Sehnsuchtsort, der jedoch nur auf mühevollen Umwegen zu erreichen ist.
Aus dem Erläuterungsbericht des Siegerentwurfs
Den aktuellen, kommentierten Stand dieser Pläne finden Sie hier.
Alle Wettbewerbsentwürfe zur Ansicht und zum Download finden Sie hier.
Daueranlagen – Was bleibt für Rottweil?

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über alle dauerhaften baulichen Veränderungen im Kerngebiet der Landesgartenschau.
Oberer Stadtgraben
Der Obere Stadtgraben am Rand der historischen Innenstadt wird zur parkartigen Erholungsfläche weiterentwickelt. Er wird als „grünes Wohnzimmer“ der Kernstadt künftig vermehrt in den Fokus rücken. Der denkmalgeschützte Musikpavillon wird saniert und davor entsteht ein offenes Areal für Zuschauer. Dauerhafte Sanitäreinrichtungen und die Möglichkeit für temporäre Gastronomie werden ergänzt. Der Spielplatz am Gänsbrunnengässle wird neu ausgestattet. Die Reduzierung der Parkplätze und Asphaltflächen im Bereich Hochmaiengasse schafft eine optische Durchgängigkeit zwischen Oberem und Unterem Stadtgraben.

Kaskade
Die Kaskadenanlage überwindet mit einer integrierte Stufenanlage entlang von zwei kleinen Wasserläufen den Höhenunterschied von ca. 15 m. Kleine Sitzterrassen und ein im Boden eingelassenes Wasserbecken auf der mittleren Ebene laden zum Verweilen ein. Die Bepflanzung wird entsprechend einer grünen Felsschlucht aus moosbewachsenen Gesteinsbrocken und Farnen gewählt. Von der Straße am Stadtgraben als südwestlicher Eingang zur Innenstadt gelangt man barrierearm über parallel geführte Wege in die Talsohle. Der Weg an der Stadtmauer bindet das vorhandene Geotop optimal ein.

Unterer Stadtgraben
Ein Aufzug mit parallel -laufender Treppe verbindet im Bereich der Hochbrücke die historische Innenstadt und den Stadtgraben barrierefrei. Ein Weg mit max. 5% Gefälle führt anschließend an der Hangkante entlang Richtung neuer Landesgartenschaubrücke. Durch Wasserläufe wird der Untere Stadtgraben zur schönen Spazierstrecke mit großer Aufenthaltsqualität. Die historische Verbindung zum neu gestalteten Innenhof des Alten Spitals wird reaktiviert und der Bonifatiusweg im Bestand saniert. Vom Bahnhof wird eine neue, barrierearme Hauptwegeverbindung zur Innenstadt und zum ENRW-Areal entstehen.

Landesgartenschaubrücke
Die neue Landesgartenschaubrücke am Fuße der Stadtmauer verbindet die historische Innenstadt mit beiden Seiten des Neckars und überwindet dabei Bahngleise und Fluss. Optisch fügt sich die Brücke in die denkmalgeschützte Stadtansicht, den Bereich des renaturierten Neckars und das neue Erholungsgebiet in der Au ein. Mit der 4 m breiten und 160 m langen Brücke rückt der Neckar näher an die Stadt. Sie verkürzt Rad- und Fußwege für die Anwohner und erleichtert künftig auch Rollstuhlfahrern, Senioren oder Eltern mit Kinderwagen den Ausflug in die Rottweiler Neckaraue.

Ehemaliges ENRW-Gelände
Durch die Ertüchtigung der bestehenden Unterführung und Fußgängerbrücke sowie neue Wege auf der südlichen Neckarseite wird das Gebiet optimal angebunden. Nach dem Wegzug der ENRW entstehen auf dem ehemaligen Industrieareal vielfältige Nutzungen: Gastronomie, Büro- und Wohnflächen, ein Science-Center, ein direkter Neckarzugang mit großzügigen Sitzstufen. Für alle Altersstufen lädt eine abwechslungsreiche Abenteuerlandschaft mit Wasser- und Sandflächen zum Entdecken ein. So bleibt das Gebiet auch weit über 2028 hinaus lebendig und attraktiv.

Neckarrenaturierung
Zentrales Projekt ist die Renaturierung des Neckars am Schwarzen Felsen bis zur Schindelbrücke. Mit einem Gesamtvolumen von über sieben Millionen Euro wird hier durch das Regierungspräsidium Freiburg ein naturnaher Flussraum geschaffen – vorrangig finanziert durch Landesmittel. Jahrzehntelang war der Neckar wesentlich zum Zweck von Energiegewinnung angestaut und gewinnt nun seine natürliche Flussdynamik zurück. Zudem entsteht nahe des Betriebsgeländes der Deutschen Bahn mit der historischen Langhalle ein neuer Hochwassermeldepegel. Verbunden durch zwei neue Neckarbrücken führt ein kombinierter Fuß- und Radweg auf zurückgebauten Gleisanlagen von Göllsdorf in die Au.

Neckaraue & Panoramaweg
Der neue Panoramaweg erstreckt sich oberhalb der Streuobstwiesen entlang des Neckars – von der Schindelbrücke bis zur Landesgartenschaubrücke – und bietet dabei unvergleichliche Blicke auf die Stadtsilhouette Rottweils. Schmale Wege durch die Neckaraue und eine Furt vernetzen beide Uferseiten und erschließen diesen neuen Naherholungsbereich. Die denkmalgeschützte Schindelbrücke wird künftig nur noch Fußgängern die Querung ermöglichen. Westlich der Schindelbrücke ergänzt eine neue Brücke für PKWs die Zugänglichkeit in der Au. Der Quartiersparkplatz am Schützenhaus entlastet das gesamte Gebiet verkehrlich. Fahrräder haben Vorfahrt.

Altes Gaswerk
Das Gelände des Alten Gaswerks am Fuß der historischen Innenstadt wird von Altlasten befreit, die sich während des Betriebs über Jahrzehnte im Erdreich angesammelt haben. Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Projekt mit mehr als 2 Millionen Euro aus dem Altlastensanierungsfonds. Im südlichen Bereich vor dem Übergang zum neckarbegleitenden Nebenweg werden Fitnessbereiche installiert. Während der Landesgartenschau wird das Gelände als Veranstaltungsfläche dienen. Am Ufer bieten Stufen angenehme Sitzmöglichkeiten mit Blick auf das Neckarufer.

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Aktuelles zum Thema „Landesgartenschau“
Die Zitter-Pappel ist der Baum des Jahres 2026. Die Stadt Rottweil hat nun ein Exemplar am Neckar gepflanzt. Weitere Zitter-Pappeln sollen auf dem künftigen Landesgartenschaugelände gegenüber dem Areal des Alten Gaswerks und an der neu entstehenden Neckarbrücke gesetzt werden.
Mit einem Festakt ist am heutigen Freitag, 24. April, die Landesgartenschau in Ellwangen eröffnet worden. Die Schau läuft bis zum 4. Oktober und wurde von Ministerpräsident Winfried Kretschmann offiziell eröffnet. Auch eine Delegation aus Rottweil war vor Ort, angeführt von Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und Bürgermeisterin Ines Gaehn.
Bei der Landesgartenschau gGmbH Rottweil steht ein Wechsel in der Geschäftsführung an: Dr. Jürgen Hauber übernimmt die Aufgabe von Annette Stoll-Zeitler. Die Gesellschaft wird getragen von den Gesellschaftern Stadt Rottweil und bwgrün, der Fördergesellschaft der baden-württembergischen Landesgartenschauen. Beide Gesellschafter stellen je einen Geschäftsführer.







