Landesgartenschau: Zweiter Bauabschnitt der Neckarrevitalisierung startet
Nächster Meilenstein für Rottweils neue Neckarlandschaft / Fertigstellung im Sommer 2027 geplant
Mit dem Beginn des zweiten und letzten Bauabschnitts der Neckarrevitalisierung nimmt eines der zentralen Projekte im Zuge der Landesgartenschau Rottweil 2028 weiter Gestalt an. Auf einer Länge von über 500 Metern gestaltet das Regierungspräsidium Freiburg nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts nun den Neckar zwischen der historischen Schindelbrücke und dem ehemaligen Betriebsgeländes der Energieversorgung Rottweil (ENRW )naturnah. Die Arbeiten sollen bis zum Sommer 2027 abgeschlossen sein und einen ökologisch wertvollen Landschaftsraum mit hoher Aufenthaltsqualität für Mensch und Natur schaffen.
Mit der Renaturierung des Neckars gewinnen wir ein Stück Natur mitten in der Stadt zurück. Gleichzeitig erschließen wir einen neuen Erholungsraum, der weit über die Landesgartenschau 2028 hinaus Bestand haben wird“, sagt Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf beim Baustart. „Der Neckar am Fuß unserer historischen Innenstadt wird künftig wieder stärker erlebbar sein und damit die Attraktivität unseres Stadtkern für Einheimische wie Gäste nachhaltig stärken.“
Die naturnahe Umgestaltung des Neckars ist eines der zentralen Daueranlagenprojekte der Landesgartenschau Rottweil 2028. Insgesamt wird der Fluss auf einer Länge von fast zwei Kilometern ökologisch aufgewertet. Ziel ist es, die in früheren Jahrzehnten stark verbaute Gewässerstruktur wieder zu einem naturnahen Flusslauf zu entwickeln. Auftraggeber der Revitalisierungsmaßnahmen ist der Landesbetrieb Gewässer des Regierungspräsidiums Freiburg, die Landesgartenschau Rottweil 2028 gGmbH verantwortet die begleitenden Wegebaumaßnahmen. Die Planung erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft Neckar unter Federführung des Regierungspräsidiums, die Bauausführung übernimmt die Firma Gewässerbau Nacken GmbH aus Steißlingen bei Singen.
Im nun beginnenden zweiten Bauabschnitt entsteht zwischen dem bisherige Neckarpegel beim ehemaligen Gaswerksgelände und der historischen Schindelbrücke ein neuer Neckarbogen. Dafür wird der Fluss in einer großzügigen Schleife neu geführt, während der derzeitige Gewässerverlauf als naturnaher Altarm erhalten bleibt. Im Herbst wird in diesem Zusammenhang auch der bisherige Pegel mit dem markanten Pegelhäuschen abgebaut. Ihn ersetzt der neue, bereits flussaufwärts gebaute Pegel auf Höhe des Bahnhofs.
„Mit der neuen Flussschleife erhält der Neckar wieder mehr Raum für seine natürliche Entwicklung. Harte Uferbefestigungen werden entfernt, natürliche Gleithänge und Prallufer entstehen neu und werden mit ingenieurbiologischen Maßnahmen dauerhaft gesichert“, erläutert Klaus Scholl, Projektleiter des Landesbetriebes Gewässer. „So schaffen wir wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und gleichzeitig ein attraktives Naherholungsgebiet für die Menschen.“
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Erhalt der vorhandenen Natur. Bestehende Bäume sowie die angrenzende Streuobstwiese bleiben erhalten und werden in die neue Landschaft eingebunden. Ergänzt werden sie durch naturnahe Wiesen, Auen- und Feuchtwiesenbereiche sowie standortgerechte Gehölze. Unter anderem werden seltene Schwarz-Pappeln gepflanzt, die als typische Baumart natürlicher Flussauen gelten.
Darüber hinaus entstehen eine größere Neckarinsel, mehrere neue Zugänge zum Wasser sowie eine Furt im Bereich des Alten Gaswerks. Neue Sitzgelegenheiten am Neckarufer laden künftig zum Verweilen ein. Parallel dazu werden sämtliche neckarbegleitenden Wege hergestellt und an das bestehende Wegenetz angebunden. Sie bilden künftig einen wichtigen Bestandteil der Daueranlagen der Landesgartenschau und verbessern die Erreichbarkeit des gesamten Neckartals für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende.
Die Revitalisierung des Neckars ist Teil des landesweiten Gewässerentwicklungsprogramms Baden-Württemberg. Durch die Wiederherstellung naturnaher Flussstrukturen sollen die ökologische Durchgängigkeit verbessert, neue Lebensräume geschaffen sowie die Widerstandsfähigkeit des Gewässers gegenüber den Folgen des Klimawandels gestärkt werden. Gleichzeitig soll die Maßnahme den Hochwasserschutz verbessern und ökologische Ziele mit einer Aufwertung des öffentlichen Raums verbinden.
Bürgermeisterin und Landesgartenschau-Geschäftsführerin Ines Gaehn betont: „Die Neckarrevitalisierung zeigt beispielhaft, wie Naturschutz, Klimaanpassung und Stadtentwicklung Hand in Hand gehen können. Mit jedem Bauabschnitt wird sichtbarer, welches Potenzial im Neckarraum steckt – für die Landesgartenschau 2028 und vor allem für die Menschen in Rottweil auf Dauer.“