In gut zwei Jahren ist es soweit: Dann eröffnet in Rottweil die Landesgartenschau 2028. Bis dahin wird sowohl im Kerngelände am Neckar als auch in der Innenstadt fleißig gebaut. Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf lädt alle Bürgerinnen und Bürger am Dienstag, 24. März, zu einer weiteren Bürgerinfo in den Sonnensaal des Kapuziners ein. Welche Baumaßnahme wo stattfindet, wie die ersten Planungen zum Ausstellungsprogramm sind und wie der Zeitplan bis zur Eröffnung aussieht – das und noch viele weitere Infos gibt es im Laufe des Abends aus erster Hand. Auch ein erster Ausblick auf das Thema Ehrenamt ist geplant. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr.
Landesgartenschau 2028
Ein großes Sommerfest für alle und neue Infrastruktur für die Zukunft
Landesgartenschauen bewirken einen langfristigen und nachhaltigen Mehrwert für die Ökologie, Ökonomie, Kultur und das soziale Leben einer Stadt. Die für eine Stadtentwicklung bedeutenden Flächen werden für eine Dauernutzung aufgewertet und gestaltet. Die Vorfreude wächst: In Rottweil laufen bereits an vielen Stellen die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2028. Diese ist jedoch weit mehr als ein großes Sommerfest von Rottweilerinnen und Rottweilern für Einheimische und Gäste. Sie steht für nachhaltige Stadtentwicklung, neue Lebensqualität und dauerhafte Verbesserungen der Infrastruktur, von denen die Bürgerinnen und Bürger auch weit über das Veranstaltungsjahr hinaus profitieren werden.
Eine Stadt rückt zusammen: Neue Wege und Verbindungen
Rottweil hat viele schöne, aber bislang oft voneinander getrennte Ecken: den oberen und unteren Stadtgraben, die Neckarauen, den Flusslauf des Neckars bis zur Primmündung. Mit der Landesgartenschau 2028 werden diese grünen Inseln miteinander verbunden – zu einem zusammenhängenden, innenstadtnahen Naherholungsgebiet mit nachhaltigem Charakter.
Neue Wege und Brücken – barrierefrei oder barrierearm – sorgen dafür, dass die Innenstadt künftig besser mit dem revitalisierten Neckar und dem Gewerbepark Neckartal verbunden ist. So eröffnen sich ganz neue Perspektiven auf die historische Stadt. Spaziergänge und Ausflüge mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl werden dort möglich, wo vorher topographische Grenzen waren. Besonders die barrierefreie Erreichbarkeit vieler Areale stellt einen wichtigen Fortschritt dar.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit Geschichte
Landesgartenschauen haben in Baden-Württemberg eine lange Tradition – seit über 40 Jahren begeistern sie mit innovativen Konzepten, großem Bürgerengagement und hohen Besucherzahlen. Auch in Rottweil ist es den Organisatoren wichtig, gemeinsam mit allen Beteiligten herauszuarbeiten, was die Stadt ausmacht – und was sie für die Zukunft stark macht.
Die Gestaltung der Gartenschau ist daher kein Projekt von oben, sondern ein gemeinschaftliches Vorhaben. Bürgerschaftliches Engagement spielt dabei eine zentrale Rolle: Die „gute Stube Rottweils“ soll modern, einladend und zukunftsfähig gestaltet werden – mit Ideen, Wünschen und Initiativen aus der Stadtgesellschaft.
Fördermittel ermöglichen wichtige Investitionen
Die finanzielle Unterstützung des Landes macht es möglich, dass in Rottweil umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden können – auch über das Gartenschaugelände hinaus. Insgesamt sind rund 78 Millionen Euro an Investitionen für die Daueranlagen und die Schaffung von Infrastruktur in der Kernstadt vorgesehen, davon fließen über 30 Millionen Euro durch Förderprogramme in die Stadt.
Ein besonders herausragendes Projekt ist die Renaturierung des Neckars am Schwarzen Felsen. Mit einem Gesamtvolumen von über sieben Millionen Euro wird dort ein naturnaher Flussraum geschaffen – finanziert durch Landesmittel. Ohne die Landesgartenschau wären viele dieser Maßnahmen finanziell nicht machbar gewesen.
Programmvielfalt und Beteiligung: Alle können mitmachen
Das Jahr 2028 soll nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell und gesellschaftlich ein Höhepunkt für Rottweil werden. Im Veranstaltungsjahr ist ein abwechslungsreiches Programm geplant, bei dem die bunte Vielfalt der Stadt sichtbar wird. Dabei sind alle gefragt: Privatpersonen, Vereine, Schulen, Organisationen, Kirchen – jede Idee ist willkommen.
Wettbewerb Kerngelände
Das Kerngelände der Landesgartenschau befindet sich direkt unter der historischen Innenstadt im Neckartal. Mit Hilfe eines landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs kürte die Stadt durch ein Preisgericht ein Landschaftsarchitekturbüro, das sich seitdem in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung um die Gestaltung des Hauptgeländes kümmert.
Insgesamt 25 Planungsbüros haben ihre Ideen und Konzeptvorschläge eingereicht. Im Preisgericht waren neben Landschaftsarchitekten und Stadtplanern auch zahlreiche Experten zu Fachgebieten wie Gewässer, Artenschutz und Denkmalschutz sowie Bürgervertreter, Vertreter des Landes, des Landratsamtes, der Stadt und des Gemeinderats versammelt. Die Gebietskulisse für den Wettbewerb des LGS-Kerngebietes umfasst den Bereich zwischen dem Viadukt, der Schindelbrücke in der Au und der Prim-Mündung mit dem Neckar sowie die angrenzenden Gleisbereiche und den Stadtgraben bis zum Gänsbrunnengäßle.
Platz 1 bis 3 aus dem Wettbewerb
- A24 landschaft aus Berlin
- ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Kröniger, Rümpelein, Wenk aus Freising
- Planorama Landschaftsarchitektur Maik Böhmer aus Berlin
Siegerentwurf von A24 landschaft, Berlin
Die historische Altstadt von Rottweil thront auf einem Felssporn hoch oben über dem Neckar. Diese dramatische Situation ist nahezu einzigartig in Deutschland. Der Neckar vor den Toren der Stadt ist für die Bürger Rottweils seit jeher landschaftlicher Sehnsuchtsort, der jedoch nur auf mühevollen Umwegen zu erreichen ist.
Aus dem Erläuterungsbericht des Siegerentwurfs
Den aktuellen, kommentierten Stand dieser Pläne finden Sie hier.
Alle Wettbewerbsentwürfe zur Ansicht und zum Download finden Sie hier.
Daueranlagen – Was bleibt für Rottweil?

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über alle dauerhaften baulichen Veränderungen im Kerngebiet der Landesgartenschau.
Oberer Stadtgraben
Der Obere Stadtgraben am Rand der historischen Innenstadt wird zur parkartigen Erholungsfläche weiterentwickelt. Er wird als „grünes Wohnzimmer“ der Kernstadt künftig vermehrt in den Fokus rücken. Der denkmalgeschützte Musikpavillon wird saniert und davor entsteht ein offenes Areal für Zuschauer. Dauerhafte Sanitäreinrichtungen und die Möglichkeit für temporäre Gastronomie werden ergänzt. Der Spielplatz am Gänsbrunnengässle wird neu ausgestattet. Die Reduzierung der Parkplätze und Asphaltflächen im Bereich Hochmaiengasse schafft eine optische Durchgängigkeit zwischen Oberem und Unterem Stadtgraben.

Kaskade
Die Kaskadenanlage überwindet mit einer integrierte Stufenanlage entlang von zwei kleinen Wasserläufen den Höhenunterschied von ca. 15 m. Kleine Sitzterrassen und ein im Boden eingelassenes Wasserbecken auf der mittleren Ebene laden zum Verweilen ein. Die Bepflanzung wird entsprechend einer grünen Felsschlucht aus moosbewachsenen Gesteinsbrocken und Farnen gewählt. Von der Straße am Stadtgraben als südwestlicher Eingang zur Innenstadt gelangt man barrierearm über parallel geführte Wege in die Talsohle. Der Weg an der Stadtmauer bindet das vorhandene Geotop optimal ein.

Unterer Stadtgraben
Ein Aufzug mit parallel -laufender Treppe verbindet im Bereich der Hochbrücke die historische Innenstadt und den Stadtgraben barrierefrei. Ein Weg mit max. 5% Gefälle führt anschließend an der Hangkante entlang Richtung neuer Landesgartenschaubrücke. Durch Wasserläufe wird der Untere Stadtgraben zur schönen Spazierstrecke mit großer Aufenthaltsqualität. Die historische Verbindung zum neu gestalteten Innenhof des Alten Spitals wird reaktiviert und der Bonifatiusweg im Bestand saniert. Vom Bahnhof wird eine neue, barrierearme Hauptwegeverbindung zur Innenstadt und zum ENRW-Areal entstehen.

Landesgartenschaubrücke
Die neue Landesgartenschaubrücke am Fuße der Stadtmauer verbindet die historische Innenstadt mit beiden Seiten des Neckars und überwindet dabei Bahngleise und Fluss. Optisch fügt sich die Brücke in die denkmalgeschützte Stadtansicht, den Bereich des renaturierten Neckars und das neue Erholungsgebiet in der Au ein. Mit der 4 m breiten und 160 m langen Brücke rückt der Neckar näher an die Stadt. Sie verkürzt Rad- und Fußwege für die Anwohner und erleichtert künftig auch Rollstuhlfahrern, Senioren oder Eltern mit Kinderwagen den Ausflug in die Rottweiler Neckaraue.

Ehemaliges ENRW-Gelände
Durch die Ertüchtigung der bestehenden Unterführung und Fußgängerbrücke sowie neue Wege auf der südlichen Neckarseite wird das Gebiet optimal angebunden. Nach dem Wegzug der ENRW entstehen auf dem ehemaligen Industrieareal vielfältige Nutzungen: Gastronomie, Büro- und Wohnflächen, ein Science-Center, ein direkter Neckarzugang mit großzügigen Sitzstufen. Für alle Altersstufen lädt eine abwechslungsreiche Abenteuerlandschaft mit Wasser- und Sandflächen zum Entdecken ein. So bleibt das Gebiet auch weit über 2028 hinaus lebendig und attraktiv.

Neckarrenaturierung
Zentrales Projekt ist die Renaturierung des Neckars am Schwarzen Felsen bis zur Schindelbrücke. Mit einem Gesamtvolumen von über sieben Millionen Euro wird hier durch das Regierungspräsidium Freiburg ein naturnaher Flussraum geschaffen – vorrangig finanziert durch Landesmittel. Jahrzehntelang war der Neckar wesentlich zum Zweck von Energiegewinnung angestaut und gewinnt nun seine natürliche Flussdynamik zurück. Zudem entsteht nahe des Betriebsgeländes der Deutschen Bahn mit der historischen Langhalle ein neuer Hochwassermeldepegel. Verbunden durch zwei neue Neckarbrücken führt ein kombinierter Fuß- und Radweg auf zurückgebauten Gleisanlagen von Göllsdorf in die Au.

Neckaraue & Panoramaweg
Der neue Panoramaweg erstreckt sich oberhalb der Streuobstwiesen entlang des Neckars – von der Schindelbrücke bis zur Landesgartenschaubrücke – und bietet dabei unvergleichliche Blicke auf die Stadtsilhouette Rottweils. Schmale Wege durch die Neckaraue und eine Furt vernetzen beide Uferseiten und erschließen diesen neuen Naherholungsbereich. Die denkmalgeschützte Schindelbrücke wird künftig nur noch Fußgängern die Querung ermöglichen. Westlich der Schindelbrücke ergänzt eine neue Brücke für PKWs die Zugänglichkeit in der Au. Der Quartiersparkplatz am Schützenhaus entlastet das gesamte Gebiet verkehrlich. Fahrräder haben Vorfahrt.

Altes Gaswerk
Das Gelände des Alten Gaswerks am Fuß der historischen Innenstadt wird von Altlasten befreit, die sich während des Betriebs über Jahrzehnte im Erdreich angesammelt haben. Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Projekt mit mehr als 2 Millionen Euro aus dem Altlastensanierungsfonds. Im südlichen Bereich vor dem Übergang zum neckarbegleitenden Nebenweg werden Fitnessbereiche installiert. Während der Landesgartenschau wird das Gelände als Veranstaltungsfläche dienen. Am Ufer bieten Stufen angenehme Sitzmöglichkeiten mit Blick auf das Neckarufer.

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Aktuelles zum Thema „Landesgartenschau“
Die Bauarbeiten für die Landesgartenschau im Bereich des Stadtgrabens gehen mit großen Schritten voran. Spannende Einblicke in die Baufortschritte bietet nun ein weiterer öffentlicher Baustellenrundgang am Samstag, 21. März, mit Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. Wichtig: Eine Anmeldung über die Geschäftsstelle der Landesgartenschau ist aus organisatorischen Gründen notwendig.
Die Freude in den Rottweiler Teilorten ist groß: 200 Holzkreise sowie Farben zur kreativen Gestaltung hat das Team der Landesgartenschau in sämtlichen Kindergärten der Ortsteile vorbeigebracht. Die Kinder haben nun bis nach den Osterferien Zeit, diese bunt und kreativ zu gestalten. Das Ergebnis werden die sogenannten „Frühblüher“ sein. Diese bestehen aus je zwei Holzkreisen, die in Anlehnung an das Landesgartenschau-Logo übereinander an einem Stab befestigt werden und bunt bemalt die Ortseingänge verschönern sollen.
Unter dem Motto „INFORMIEREN. NACHFRAGEN. MITDENKEN.“ hatte die Stadtverwaltung am Montagabend, 26. Januar, zur Bürgerinfo in den alten Müller-Markt am Friedrichsplatz eingeladen. Und das Interesse war riesig, ging es doch um den geplanten Umbau des Friedrichsplatzes und die Gestaltung des neuen Busbahnhofs (ZUP) am Nägelesgraben sowie um die weiteren Planungen zur Landesgartenschau 2028. Die Bauarbeiten starten mit einer Vollsperrung des Friedrichsplatzes voraussichtlich ab Montag, 9. März, und dauern bis Herbst 2027.







